Spikule

Flamme

Nachwort:

Prozess des Brennens (Skulptur die Flamme).
Bevor man in den Prozess des Brennens eintreten konnte sind da doch auch einige technische Hürden zu nehmen. Meine Erfahrung mit Feuer ist nicht ganz gering und doch stellten sich einige neue Herausforderungen ein. Eine spannende Frage warf sich auf: „Ist in dem Prozess des Brennens die Spiegelung der Genesis zu sehen, wie es in manchen Feuerzermonienen beschrieben wird?”
Die Spannung stieg, das Entzünden des Feuers wurde mit einem Gebet begonnen in dem ich die Feuerwesen darum bat mir zu helfen im richtigen Augenblick das Richtige zu tun, und sie um ihre Mithilfe bat. Wie immer zitterte die Hand beim Entzünden, all die Erfahrung das Wissen über das Feuer waren wie weg geblasen und ich hatte das Gefühl der Jungfräulichkeit, als ich zum ersten male den Stein schlug der den Funken auf das Baumwolltuch bringen sollte. Ein Streichholz hatte ich zur Not ja auch parat.
Doch alle Unsicherheit wich beim Tun. Nach dem dritten Schlag waren schon einige Funken auf der Baumwolle gelandet. Mit einem Fächer wurde der lebenswichtige Sauerstoff zugeführt, so dass der getrocknete Salbei schnell anfing zu glimmen, die zurechtgelegte aufgespaltene Kalmusblüte fing gleich Feuer und die feinen Holzspäne brannten schnell. So ging es nun seinen Weg, ab jetzt ist mein Einfluss gering, nun ist das Feuer und seine Wesenheiten am Werke. Mir wird der Status des Beobachters zugewiesen. Recht schnell ging das Feuer hoch und es brannte Rings herum und stieg nach oben.
In diesem Augenblick kamen einige Fragen auf, reicht das Holz zum die Skulptur zu entflammen, wie lange hält die Konstruktion? Recht schnell bekam ich Antworten auf meine Fragen, die Konstruktion löste sich von der Skulptur, stürzte ein und gab den Blick frei auf die Skulptur. Herz und Puls schienen nun mit dem Feuer zu wetteifern, wer wohl am höchsten hinaus kann, die Flammen oder mein Puls, habe ich mich mit den Feuerwesenheiten so verbunden, dass sie mein Vorhaben auch begleiten? Ich konnte sehen wie das Feuer den Prozess der Transformation vornahm.
Der Wind hauchte ganz sanft und legte die Flamme flach um die Skulptur.
Hunderte von Bildern musste nun mein Gehirn speichern, keine Zeit sie zu bewerten oder zu sortieren oder einzuordnen. Ich sah die Anwesenheit von sehr vielen Feuerwesenheiten, die mir beistanden. Selbst der Wind war mir wohl gesonnen, er war sanft und wechselte die Richtung,
so dass er im Gesamten wieder gleichmäßig war.
Langsam erlosch das Feuer und ich war mit den Spuren die das Feuer hinterließ sehr zufrieden.